Lübben oder Lübbenau?
Die Frage, die jeder Spreewald-Tourist stellt: Lübben oder Lübbenau? Beide sind Spreewald, beide haben Kähne — aber sie sind unterschiedlich genug, dass die Wahl den ganzen Tag prägt.
Lübbenau (Oberspreewald)
Das Tor zum Spreewald, nennen sich die Lübbenauer selbst. Der große Spreewaldhafen, die Kahnburg, das Freilandmuseum Lehde. Engmaschiges Fließnetz mit über 1500 Kilometern Wasserläufen. Hochbetrieb in der Saison: mehrere große Häfen, öffentliche Sammelkähne, Gruppenbetrieb. Wer das klassische Spreewald-Bild will — Kahnburg, Lehde, Hochbetrieb —, ist in Lübbenau richtig.
Dazu kommt, was manche suchen und andere lieber meiden: An heißen Sommertagen schieben sich Reihen von Kähnen durch die engen Fließe, an den Brücken stehen Warteschlangen, und in Lehde geht man von Kamera zu Kamera. Das gehört zum Ort wie die Spreewaldgurke — wer Betrieb und erste Reihe will, bekommt genau das.
Lübben (Unterspreewald)
Das Tor zwischen Ober- und Unterspreewald. Der Kleine Hain als Ausgangspunkt, der Lübbener Hain, dann nach Norden der waldreiche, ruhigere Unterspreewald. Weniger große Anbieter, kleinere Häfen, kleinere Gruppen. Wer Stille sucht und nicht im Sammelkahn mit Fremden sitzen will, ist in Lübben richtig.
Die Altstadt rund um das Schloss ist klein, aber echt: Schlossinsel mit Park, der Hain gleich dahinter, ein Wasserspielplatz für die Kinder, Gasthöfe für danach. Die eigentliche Sehenswürdigkeit beginnt dort, wo der Ort aufhört — der Unterspreewald fängt wenige Ruderschläge nördlich der letzten Kaupe an.
Der Unterschied in einem Satz
Lübbenau ist das Bild, Lübben ist die Stille.
Praktisch
Beide Orte liegen zwölf Kilometer auseinander, beide haben Bahnhof und Parkplatz. Wer aus Berlin mit dem Zug kommt, ist in Lübbenau schneller aus dem Zug — wer in Lübben aussteigt, ist dafür schneller auf dem Wasser: Vom Bahnhof sind es zu Fuß zehn Minuten bis zur Anlegestelle am Kleinen Hain. In Lübbenau fahren Busse und Boote bis ins Zentrum; in Lübben legt man dort an, wo die Stille anfängt.
Mit dem Auto gilt dasselbe in Grün: Lübbenau hat große Parkplätze an den Häfen, Lübben den gebührenfreien Parkplatz direkt an der Anlegestelle am Kleinen Hain — vom Auto bis zum Kahn sind es zwei Minuten. Radfahrer kommen in beiden Orten gut durch — von Lübben aus geht es nordwärts in den waldreichen Unterspreewald, von Lübbenau südwärts nach Lehde.
Kahnfahrt
In Lübbenau gibt es öffentliche Rundfahrten ohne Anmeldung, tägliche Abfahrten, Sammelkähne. In Lübben fährt ein Kahnfährmann mit kleinen Gruppen ab dem Kleinen Hain — telefonisch anmelden, nicht zusteigen. Die Stille hat ihren Preis: Man muss vorher anrufen.
Was die Fahrt ab Lübben kostet, steht auf der Preisseite. Wer wissen will, mit wem er da fährt, liest Über Basti — und entscheidet dann, ob kleine Gruppen das sind, was er sucht.
Fazit
Wer Lehde und den klassischen Spreewald will und das Treiben nicht stört — Lübbenau. Wer Ruhe, kleine Gruppen und den Unterspreewald will — Lübben. Und wer beides will: einen Tag Lübbenau, einen Tag Kahnfahrt ab Lübben. Wie man sich an Bord verhält, steht übrigens im Fließ-Knigge.