Wie funktioniert eine Schleuse?
Im Spreewald liegen die Fließe nicht alle auf gleicher Höhe. Wo zwei Wasserstände aufeinandertreffen, hebt oder senkt eine Schleuse den Kahn – ohne Motor, allein mit dem Gewicht des Wassers. Oben können Sie es selbst ausprobieren: Bringen Sie den Kahn sicher hinab und wieder hinauf.
So bedienen Sie die Schleuse: Ziehen dreht die Ansicht, Strg und Mausrad zoomen. Tore und Handräder lassen sich direkt anklicken. Wer nicht weiterweiß, tippt auf „Zeig mir’s“, und der Fährmann verrät den nächsten Handgriff.
Die Teile einer Schleuse
- Oberwasser und Unterwasser – das höhere und das tiefere Fließ vor und hinter der Schleuse.
- Schleusenkammer – das gemauerte Becken dazwischen. Ihr Wasserstand ist das Einzige, was sich verändert.
- Obertor und Untertor – je ein Paar Torflügel, die schräg gegeneinander schließen. Man nennt sie Stemmtore: Der Wasserdruck presst die Flügel aneinander und dichtet sie ab.
- Schütz – eine kleine Öffnung im Tor, die per Handrad aufgezogen wird. Durch sie fließt das Wasser, wenn die Kammer gefüllt oder geleert wird.
Bergab: vom Oberwasser ins Unterwasser
- Die Kammer wird auf die Höhe des Oberwassers gebracht: Schütz im Obertor öffnen, das Untertor bleibt zu.
- Stehen beide Pegel gleich, lässt sich das Obertor öffnen. Der Kahn fährt in die Kammer.
- Obertor schließen, sein Schütz ebenso. Dann das Schütz im Untertor öffnen: Die Kammer läuft leer, und der Kahn sinkt langsam mit.
- Steht das Wasser in der Kammer so tief wie das Unterwasser, öffnet sich das Untertor, und der Kahn fährt hinaus.
Bergauf geht es genau andersherum: Einfahrt von unten, Untertor zu, Schütz im Obertor auf. Die Kammer füllt sich und hebt den Kahn auf die Höhe des Oberwassers.
Warum man ein Tor nicht einfach aufdrückt
Schon ein kleiner Höhenunterschied drückt mit erstaunlicher Kraft gegen ein Tor. Die Simulation rechnet es vor: Bei 1,60 Metern Unterschied lasten auf dem Obertor rund 18 Tonnen. Ein Tor öffnet sich deshalb erst, wenn das Wasser auf beiden Seiten gleich hoch steht – dann hält es nichts mehr zu. Probieren Sie es ruhig aus: Wer gegen den Wasserdruck öffnen will, bekommt vom Fährmann Bescheid.
Genauso lehrreich ist der zweite klassische Fehler: Öffnet man beide Schütze zugleich, läuft das Wasser einfach durch die Kammer hindurch. Der Pegel bleibt irgendwo in der Mitte hängen, und keines der beiden Tore geht auf.
Schleusen im Spreewald
Die Schleusen im Spreewald sind klein, ihr Hub ist bescheiden – meist zwischen einem halben und anderthalb Metern. In der Simulation ist er der Anschaulichkeit halber etwas größer. Viele werden bis heute von Hand bedient, mit Kurbel und Muskelkraft, so wie hier gezeigt. Für einen Spreewaldkahn ist die Schleuse kein Hindernis, sondern Teil der Fahrt: Während die Kammer läuft, hat man Zeit, das Wasser steigen oder fallen zu sehen. Wer dabei mitfährt, bleibt sitzen und lässt die Hände im Boot, denn der Kahn liegt dicht an der Mauer.
Die Schleuse vom Kahn aus erleben
Wer das Ganze einmal vom Wasser aus erleben will: Auf einer Fahrt durch den Lübbener Hain geht es durch die historische Schleuse – etwa zwei Stunden ab dem Kleinen Hain, der Preis wird individuell vereinbart. Was Fahrten kosten können, steht auf der Preisseite, anfragen können Sie telefonisch oder per WhatsApp über Kontakt.